Das neue Elefantenhaus – ein europäisches Projekt in Heidelberg

Das neue Elefantenhaus im Tiergarten Heidelberg ist nicht nur ein sehr ambitioniertes und revolutionäres Projekt in Sachen Arterhaltung, sondern ein Vorhaben über die Landesgrenzen hinaus. Nicht nur aus Deutschland kommen Jungbullen in das ab Mitte 2010 eröffnete Haus an die Stadt am Neckar, sondern aus ganz Europa. Kein Wunder, beschränken sich die Probleme der Haltung und des wachsenden Temperaments der Elefanten-Teenager nicht nur auf nationale Landesgrenzen.

Der Zoo Heidelberg ist Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für den asiatischen Elefanten. Europäische Erhaltungszuchtprogramme sind Projekte, zur gezielten und koordinierten Zucht von in Zoos gehaltenen Tierarten dienen und diese fördern sollen. Während es hierbei das ursprüngliche Ziel war, diese Tierarten auch ohne weiteren Erwerb von Wildfängen dauerhaft mit ausreichender genetischer Diversität in den Zoos zu erhalten verschiebt sich seit den 1990er Jahren der Schwerpunkt mehr und mehr zur Erhaltung vom Aussterben bedrohter Arten aus Artenschutz-Gründen.

Organisatorisch bedeutet dies für die neuen Mitglieder der “Jungbullen-WG” folgendes: Ein Zuchtbuchkoordinator im Zoo Rotterdam gibt Empfehlungen, welchen Jungbullen nach Heidelberg kommen sollen.

„Wohnst Du noch oder lebst Du schon?!“ …im Heidelberger Zoo?

Der bekannte Werbe-Claim eines skandinavischen Möbelhauses könnte ohne Weiteres auf die Situation asiatischer Elefanten in europäischen Zoos übertragen werden.

Erfreulicherweise werden seit einigen Jahren immer häufiger junge Elefanten in den Zoologischen Gärten Europas geboren und aufgezogen. Während die Weibchen problemlos in der Geburtsgruppe bei ihren Müttern, Tanten und Schwestern bleiben können, verlassen junge Bullen im Freiland etwa mit 4-5 Jahren ihre Herde. Sie leben dann zeitweise in Junggesellengruppen zusammen oder dürfen sich nur ganz am Rand einer Herde aufhalten, bis sie alt genug sind, um selbst als Zuchtbullen akzeptiert zu werden. Für die in den Zoos geborenen Jungbullen ist dies eine schwierige Zeit – in ihrer Geburtsgruppe werden sie nicht mehr akzeptiert, als Zuchtbullen sind sie noch zu jung, Um diesen Elefanten-Teenies“ eine möglichst natürlich Haltung zu bieten, wird der Zoo Heidelberg im neuen Elefantenhaus eine kleine Gruppe junger Elefantenbullen im Alter zwischen 4 und 12 Jahren halten. Nach einigen Jahren unter Ihresgleichen ziehen die Tiere im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms in andere Zoos, um dort als Zuchtbullen für eigenen Nachwuchs zu sorgen.

Der Studiengang „Digitale Medien“ der Dualen Hochschule Baden-Württemberg am Standort Mannheim erstellte zu diesem ehrgeizigen und deutschlandweit einzigartigen Projekts des Heidelberger Zoos ein komplettes PR-Konzept, um nicht nur neue Sponsoren zu akquirieren, sondern vor allem um die Menschen dafür zu interessieren.

Also: Werden Sie Elefan! und unterstützen Sie den Heidelberger Zoo!!!

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DHBW Mannheim