Das Konzept des neuen Elefantenhauses in Heidelberg
Es ist bisweilen eine Kunst, aus der Not eine Tugend zu machen. Glücklicherweise fanden sich im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm und dem Heidelberger Zoo gleich mehrere Akteure, die diese Kunst scheinbar mühelos beherrschen.
Es ist ein weithin bekanntes Problem, dass in den letzten Jahren und Jahrzehnten zwar immer häufiger junge Elefanten in den Zoologischen Gärten Europas geboren werden, es gerade bei den Jungbullen aber große Probleme bei der Unterbringung gibt. Während die Weibchen problemlos in der Geburtsgruppe bei ihren Müttern, Tanten und Schwestern bleiben können, verlassen junge Bullen im Freiland etwa mit 4-5 Jahren ihre Herde. Sie leben dann zeitweise in Junggesellengruppen zusammen oder dürfen sich nur ganz am Rand einer Herde aufhalten, bis sie alt genug sind, um selbst als Zuchtbullen akzeptiert zu werden.
Für die in den Zoos geborenen Jungbullen ist dies eine schwierige Zeit – in ihrer Geburtsgruppe werden sie nicht mehr akzeptiert, als Zuchtbullen sind sie noch zu jung. Um diesen “Elefanten-Teenies” eine möglichst natürliche Haltung zu bieten, wird der Zoo Heidelberg im neuen Elefantenhaus eine kleine Gruppe junger Elefantenbullen im Alter zwischen 4 und 12 Jahren halten. Nach einigen Jahren unter Ihresgleichen ziehen die Tiere im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms in andere Zoos, um dort als Zuchtbullen für eigenen Nachwuchs zu sorgen.
So ist der Neubau des Elefantenhauses in Heidelberg ein neues Konzept für eine “Jungbullen-WG”, das bis Mitte des Jahres 2010 fertiggestellt wird.




