Wie sich Elefanten fortpflanzen…

Seit einigen Jahren werden immer häufiger Elefanten in Zoos geboren. Das ist sehr erfreulich und wichtig um die Bestände von Zooelefanten zu sichern. Da die Dickhäuter vom Aussterben bedroht sind, ist es verboten sie in der freien Wildbahn zu fangen und die Bestände in Zoos werden so ausschließlich durch Geburten gesichert.

Die Fortpflanzung von Elefanten ist wohl fast so komplex wie die von Menschen. Werden ein männlicher und ein weiblicher Elefant zusammen gebracht, zeugen diese nicht zwangsläufig Nachkommen. Es hängt viel von gegenseitigen Sympathien ab. Zwar suchen sich die Weibchen meist ihre männlichen Partner aus, kann sich ein Weibchen jedoch nicht richtig zur Wehr setzen, kann es auch Opfer einer Vergewaltigung werden. Für die Zuchtbemühungen ist es wichtig mehrere Elefantenbullen zur Zucht zur Verfügung zu haben um auf die individuellen „Vorlieben“ der Weibchen eingehen zu können. Hier leistet der Zoo Heidelberg mit seinem neuen Elefantenhaus einen entscheidenden Beitrag.

Ist die Paarung geglückt, trägt ein Elefantenweibchen ganze 22 Monate. Normalerweise brauchen die Elefantenkühe keine Geburtshilfe vom Menschen, in freier Wildbahn schaffen sie es ja auch alleine. Jedoch werden die Kühe dort und auch in Zoos von ihren Tanten, Schwestern und Müttern tatkräftig unterstützt. Für eine Elefantenkuh, die das erste Mal kalbt, ist die Geburt eine Extremsituation. Deshalb unterstützen sie die anderen Kühe, z.B. indem sie ihr den Rüssel auf den Rücken legen um sie zu beruhigen. Falls die Geburt sehr schmerzhaft ist, kann es passieren, dass die Mutter aus diesem Schmerz heraus ihr eigenes Kalb angreift. Auch hier helfen die anderen Elefantenkühe und beschützen das Jungtier und helfen ihm auf die Beine.

Hat eine Elefantenkuh die Geburt einmal ohne die Hilfe eines Menschen durchgezogen, stehen die Chancen gut, dass auch die folgenden Geburten problemlos ablaufen. Ist die Kuh jedoch durch den direkten Kontakt zum Menschen auch an dessen Hilfe bei der Geburt gewöhnt, wird sie sie wohl auch in Zukunft brauchen.

Vieles vom Sozialverhalten von Elefanten gerade in Zeiten der Geburt ist noch unerforscht. So stellen uns die schwersten Landsäugetiere vor viele spannende Rätsel, die es zu lösen gilt. Was die Dickhäuter ja aber eigentlich noch viel faszinierender macht…

Quelle: Elefanten-Lexikon

Haltungskonzepte von Elefanten in Zoos

Die Jungbullengruppe im Heidelberger Zoo werden im Protected Contact gehalten. Was genau das bedeutet und welche Haltungskonzepte es für Zooelefanten gibt, wird dieser Blog erläutern.

Die Haltungsarten von Elefanten haben sich im Laufe der Zeit gewandelt. Zur Zeit gibt es in Zoos drei verschiedene Haltungsarten: Free Contact, Protected Contact und Offhand Mangement.

Free Contact bezeichnet den direkten Kontakt der Pfleger mit den Elefanten, das heißt der Pfleger betritt das Gehege der Elefanten. Die Pflege und die Behandlung von Verletzungen können so von Pflegern und Tierärzten direkt am Tier durchgeführt werden. Der Free Contact setzt eine gute Erziehung und eine große Vertrauensbasis zwischen Elefant und Pfleger voraus. Ist das Vertrauen gestört, kann dies zu Unfällen führen. Elefantenkühe sind im Gegensatz zu Bullen umgänglicher und berechenbarer.

Protected Contact wurde eingeführt um die Gefahren des Free Contact zu minimieren. Pfleger und Elefant werden durch eine sichere Absperrung voneinander getrennt, die Elefanten können aber dennoch durch die Abtrennung trainiert werden. Die Haltung der Elefanten ist so näher an den Lebensumständen in freier Wildbahn angelehnt. Die Rangordnung in einer Elefantenherde kann natürlich ausgehandelt werden, ohne dass sich ein Pfleger durch seine Dominanz an die Spitze der Herde setzt. Die Elefanten selbst leben selbstständiger und lernen sich selbst zu pflegen und untereinander zu beschäftigen. Protected Contact führt nach wissenschaftlichen Erkenntnissen im Vergleich zum Free Contact zu einer Erhöhung der Lebensqualität einer Elefantengruppe. Deshalb wird dieses Haltungskonzept auch in der neuen Jungbullen-WG im Heidelberger Zoo angewandt.

Offhand-Management bezeichnet ein Haltungskonzept, das keinen Kontakt zwischen Elefanten und Pflegern vorsieht. So werden die Elefanten nicht durch den Menschen beeinflusst und deshalb auch nicht trainiert. Dieses Haltungskonzept ist nur in großen Naturparks oder Reservaten durchführbar. In Zoos ist es aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse nicht möglich, da sich die Elefanten bei Konflikten innerhalb der Gruppe nicht aus dem Weg gehen können. Dieses Haltungskonzept ist den Leben der Elefanten in freier Wildbahn am nächsten.

Quelle: Elefanten-Lexikon

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