Afrikanischer vs. Asiatischer Elefant

Neben ihren schon in den Namen sichtbaren unterschiedlichen Lebensräumen gibt es auch sonst teils massive Unterschiede zwischen dem Afrikanischen und dem Asiatischen Elefanten.

Während die in der afrikanischen Steppe lebenden Elefanten anatomisch um einiges größer sind als ihre asiatischen Kollegen, gibt es auch große Differenzen in der Ernährung. Der Afrikanische Elefant ernährt sich hauptsächlich von Blättern, daher hat er sich im Zuge der Evolution auch von der Größe stärker verändert als sein asiatisches Pendant. Diese fressen hauptsächlich Gräser und mussten sich daher weniger an ihre Umwelt anpassen. Um die meist über ihnen befindlichen Blätter von den Bäumen besser greifen zu können, haben die Afrikanischen Elefanten zudem einen zweiten “Finger” an ihrem Rüssel entwickelt, während die Asiatischen nur einen haben.

Der optisch herausragendste Unterschied zwischen beiden Elefantenarten befindet sich direkt am Kopf – die Ohren und die Stoßzähne. Da es in der afrikanischen Steppe nur sehr wenige Möglichkeiten gibt, sich vor der Sonne zu schützen, regulieren die dort lebenden Elefanten ihre Körpertemperatur hauptsächlich durch das Wedeln mit den Ohren, um sich so zumindest etwas Kühlung durch Wind zu verschaffen. Stoßzähne hat der Afrikanische Elefant deshalb, weil er in den immer wiederkehrenden Trockzeiten damit nach Wasserlöchern gräbt. Der meist in feuchten Dschungeln lebende Asiatische Elefant brauch keine Stoßzähne, um auf Wassersuche zu gehen. Daher sind sie vor allem bei den Elefantenkühen meist zurückgebildet oder fehlen ganz.

Die “Jungbullen-WG”

Es ist ein ehrgeiziges, aber auch revolutionäres Projekt des Tiergarten Heidelberg, ein Elefantenhaus nur für Jungbullen zwischen vier und zwölf Jahren zu schaffen. Dieses Alter könnte man bei Asiatischen Elefanten ohne Weiteres als Pubertät bezeichnen, in dem es ihnen durch ihre Entwicklung nur schwer möglich ist, in einer Herde mit Elefantenkühen und älteren Bullen zusammen zu leben.

Daher werden sie zumindest für diese Altersspanne separiert untergebracht. Dies gewährleistet ab dem kommenden Sommer der Heidelberger Zoo. In einem eigens zu diesem Zweck gebauten Elefantenhaus können die Jungbullen dieses schwierige Phase ihrer Entwicklung ungestört verbringen und im Anschluss für die Erhaltung ihrer Art eintreten. Dann werden sie nämlich in europäische Zoos verlegt, wo sie für Nachwuchs sorgen sollen.

Somit unterstützt das Projekt nicht nur eine problemlose Entwicklung der Jungbullen, sondern leistet ebenfalls seinen Beitrag zur Arterhaltung.

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